St. Michael in Zimmern

Dieses heute bestehende Gotteshaus hat eine kleine Kapelle ersetzt, die “gänzlich baufällig und mehr einem Keller als einer Kirche ähnlich” war (Niederschrift der Gemeindeverwaltung, 03.01.1827). Nach der Grundsteinlegung am 17. August 1835 durch die Maurermeister Schönmann (Pflochsbach) und Amersbach (Marktheidenfeld) unter der technischen Leitung des Geometers Bauer (Rothenfels) und nach den von Josef Daniel Ohlmüller (München) bearbeiteten Plänen. Die Ausführung im klassizistischen Baustil entspricht den Vorlieben und Vorgaben von König Ludwig I. Renovierungen erfolgten 1947/1948, 1984/1985 und von 2002 bis 2005.

Beim Eintritt in die Kirche zieht der aus Würzburg stammende frühklassizistische Hochaltar die Blicke auf sich. Er umfängt das spätgotische Bildnis der Madonna, die den Gläubigen ihren und Gottes Sohn vorstellt. Den Platz der Seitenaltäre nehmen heute zwei Holzfiguren des Würzburger Meisters Gerngras ein: Zur Linken zeigen sich Jesus als Christkönig, während zur Rechten der heilige Michael über seine Zimmerner wacht. Der Chorraum beherbergt auch die jüngsten Elemente der Kirche. In dessen Zentrum laden der aus rotem Buntsandstein gearbeitete Volksaltar und der Ambo an seiner Seite zur Begegnung mit Gott ein. Beide gehen – wie auch der Taufstein im Eingangsbereich – auf den Entwurf von Domkapitular Dr. Lenssens und die Ausführung Martin Vormwalds (Neuendorf) zurück.

Ein besonderer Blickfang ist im Innenraum neben zahlreichen Figuren und Bildern, wie dem neugefassten Kreuzweg aus Oberammergau, vor allem auch die aus Unterleinach stammende barocke Kanzel, auf der Christus der Erlöser thront, begleitet von Petrus und den vier Evangelisten. Wendet sich der Beter zum Gehen, entdeckt er die Orgel der Pfarrkirche, die aus der Hand des Orgelbaumeisters Seufert stammt und mit einem fränkisch barocken Gehäuse umgeben ist. Sie lässt das Rufen der Gottesdienstbesucher mit ihren Klängen zu Gott emporsteigen. Mancher Gläubige entzündet unter der Empore vor dem Gemälde der Madonna mit Kind, dem Altarbild des alten Gotteshauses, eine Kerze und verharrt in stillem Gebet. Unter den Blicken des heiligen Kilian, der in einem farbig gestalteten Glasbild über dem Portal zu finden ist, gilt mit einer Kniebeuge der letzte Gruß dem eucharistischen Herrn im Tabernakel.